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1. Darstellung didaktischer Entscheidungen und deren Begründung
1.1.Thematische Einordnung
Das Stundenthema gliedert sich im Lehrplan in den Lernbereich 5, Unbelebte Natur. Hier geht es
um die Luft und einige ihrer Eigenschaften. Für diese Stoffeinheit stehen insgesamt 8
Unterrichtsstunden zur Verfügung. Bei dieser Stunde handelt es sich um die erste Stunde zu
dieser Thematik. Den Schülern soll durch eigenes Experimentieren erste Erfahrungen über die
Körperhaftigkeit der Luft bewusst gemacht werden. Diese gewonnenen Eigenschaften der Luft
bilden die Grundlage für die weiteren Stunden. Dabei kann bei der Vertiefung der Eigenschaften
immer wieder auf die eigenen Erfahrungen, durch selbstständiges Experimentieren, zurück
gegriffen werden. Somit stehen für die Vertiefung und weitere Versuche zwei Stunden zur
Verfügung. Zwei weitere Stunden sind für die Erzeugung von Tönen durch bewegte Luft und
Ausbreitung des Schalls vorgesehen. Im zwei weiteren Stunden soll eine windangetriebene
Einrichtung hergestellt werden. Die Thematik schließt mit einem Unterrichtsgang zu einem
Windrad (oder zu einer Windmühle).
1.2. Sachanalyse
- Um welche Sache geht es? Was soll der Schüler lernen ?
Die Schüler erfahren in dieser Stunde durch eigenes Experimentieren einige Eigenschaften der
Luft. Somit soll ihnen die Körperhaftigkeit der Luft bewusst werden. Speziell sind das:
- Die Luft bremst (bauen eines Fallschirmes),
- Die Luft braucht Platz (Versuch, Wasser in eine Flasche zu füllen - Luftdicht),
- Die Luft trägt (schwebender Ball),
- Warme Luft dehnt sich aus (Stellen einer kalten Flasche in ein warmes
Wasserbad - ein Luftballon, der sich auf der Flaschenöffnung befindet, füllt sich mit Luft).
Diese Versuche werden in Gruppenarbeit durchgeführt. Jede Gruppe erhält eine Aufgabenkarte,
welche den Versuch beschreibt. Nun soll das Experiment durchgeführt werden und die Eigenschaft
herausgefunden werden. Nach einiger Zeit soll jede Gruppe ihr Experiment präsentieren. Der
Versuch wird also vor der Klasse von einem Gruppenmitglied vorgeführt. Zum Festhalten der
Ergebnisse dient ein Arbeitsblatt, welches die einzelnen Eigenschaften mit weiteren zu
findenden Beispielen vertiefen soll. Das Malen von kleinen Bildern auf dem Arbeitsblatt dient
der weiteren Vertiefung und Festigung.
- Welche fachwissenschaftlichen Grundlagen sind für
den Lerngegenstand bedeutsam?
Die Luft ist die Gasmenge der Atmosphäre mit 78,09 % Stickstoff und 20,95 % Sauerstoff.
Daneben befinden sich Edelgase, Kohlendioxid, Wasserstoff, Wasserdampf und Verunreinigungen
(vgl. Brockhaus, S.609). Atmosphäre, Gemisch von Gasen, das einen Himmelskörper (wie die Erde)
umgibt, dessen Gravitationsfeld stark genug ist, um die Gase vom Entweichen abzuhalten. Die
Hauptbestandteile der Erdatmosphäre sind Stickstoff (78Prozent) und Sauerstoff (21Prozent).
Das restliche Prozent besteht aus Argon (0,9Prozent), Kohlendioxid (0,03Prozent),
verschiedenen Mengen von Wasserdampf und Spuren von Wasserstoff, Ozon, Methan, Kohlenmonoxid,
Helium, Neon, Krypton und Xenon (vgl. Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie). Die Atmosphäre läßt
sich in verschiedene Schichten gliedern. In der untersten, der Troposphäre, sinkt die
Temperatur in der Regel um 5,5°C pro 1000Meter. Dies ist die wolkenreichste Schicht. Die
Troposphäre erreicht in tropischen Regionen eine Höhe von bis zu 16Kilometern (mit einer
Temperatur von etwa -79°C) und bis zu 9,7Kilometern in gemäßigten Breiten (mit einer
Temperatur von etwa -51°C. Über der Troposphäre liegt die Stratosphäre. In der unteren
Stratosphäre ist die Temperatur so gut wie konstant und steigt kaum merklich mit zunehmender
Höhe an, insbesondere über tropischen Regionen. Innerhalb der Ozonschicht nimmt sie dagegen
schneller zu, und die Temperatur an der oberen Grenze der Stratosphäre, fast 50Kilometer über
dem Meeresspiegel, gleicht derjenigen auf der Erdoberfläche. Die Schicht von 50 bis 80Kilometer
wird Mesosphäre genannt und ist von deutlichem Temperaturrückgang bei zunehmender Höhe
gekennzeichnet. Untersuchungen zur Fortpflanzung und Reflexion von Radiowellen haben gezeigt,
daß in einer Höhe von 80Kilometern ultraviolette Strahlung, Röntgenstrahlen und
Elektronenschauer von der Sonne verschiedene Schichten der Atmosphäre ionisieren und sie damit
veranlassen, Elektrizität zu leiten; diese Schichten reflektieren Radiowellen von bestimmten
Frequenzen zurück zur Erde. Wegen der relativ hohen Ionendichte in der Luft oberhalb von
80Kilometern heißt diese Schicht, die bis zu einer Höhe von 640Kilometern reicht, Ionosphäre.
Sie wird aufgrund der hohen Temperatur (die in 400Kilometer Höhe bis zu 1200°C erreicht) auch
Thermosphäre genannt. Die Region jenseits der Ionosphäre wird Exosphäre genannt. Sie dehnt
sich bis zu etwa 9600Kilometer aus und ist die äußere Grenze der Atmosphäre.

Die Abbildung zeigt den vertikalen Aufbau der Atmosphäre und den Temperaturverlauf. (vgl.
Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie).
- Welche Zugänge zum Lerngegenstand lassen sich nutzen
und in welchen Schritten kann die Sache erschlossen werden?
Als Einstieg in die neue Thematik wähle ich ein Rätsel:
„Man kann sie nicht sehen - niemand kann darauf gehen".
Über ein kurzes Unterrichtsgespräch tragen die Kinder aus ihren eigenen Erfahrungen zusammen,
wo sich überall Luft befindet. Im Anschluss werden, in Form von Gruppenarbeit, erste
Experimente zum Gewinnen der Eigenschaften der Luft durchgeführt. Dieser Gruppenarbeit gehen
das Wiederholen der Regeln voraus. Später werden die Experimente demonstriert und die
Ergebnisse auf einem Arbeitsblatt festgehalten. Abschließend sollen die erworbenen Kenntnisse
zusammengefasst und in Bilderform auf dem Arbeitsblatt dargestellt werden. Zur Auflockerung
dient ein Bewegungslied „ Das Flumilied" nach der 2. Präsentation. Die Teilziele der Stunde
stehen an der Tafel.
- Welche Tätigkeiten muss der Schüler ausführen,
damit er den Gegenstand richtig erfasst?
Das Erschließen des Lerngegenstandes erfolgt handlungsorientiert. Die Schüler sollen in
kleineren Gruppen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Eigenschaften der Luft
auseinander zu setzen. Dabei ist in erster Linie das Verstehen der Aufgabe (Aufgabenblatt)
erforderlich. Weiterhin müssen die Schüler ihren Versuch selbst aufbauen und ihn durchführen.
Später erfolgt von jeweils einem Kind pro Gruppe die Demonstration. Die Zusammenfassung
erfolgt im Klassenverband. Die Ergebnisse müssen von den Schülern in ein Arbeitsblatt
eingetragen werden (werden nach dem Erfassen an die Tafel geschrieben - von mir).
- Unter welchen Aspekten (Lehrplanaussagen) soll die
Sache gesehen werden?
Folgende Lehrplaninhalte aus dem Lernbereich 5, Unbelebte Natur, lassen sich zuordnen:
- Zusammendrücken von Luft,
- Platzbedarf der Luft,
- Ausdehnen der Luft beim Erwärmen,
- Bewegungen von Gegenständen durch strömende Luft.
- Welche Bedeutung hat die Sache für den Schüler?
Durch das Durchführen von Versuchen, das Beobachten, das Betrachten und das Schildern der
Beobachtung werden die Kinder an eine fachspezifische Arbeitsweise herangeführt, die einen
wesentlichen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung ausübt. Sie dienen darüber hinaus
der Vorbereitung auf den Fachunterricht. Das Kennen der Eigenschaften der Luft soll den
Schüler dazu befähigen, die Natur in ihren Zusammenhängen zu erkennen und sie zu seinen
Gunsten zu verändern und zu nutzen.
- Welche fachinternen und fächerübergreifende
Zusammenhänge gibt es?
Das Erlesen der Aufgabenstellungen bei jeder Gruppe steht im unmittelbarem Zusammenhang mit
dem Deutschunterricht, insbesondere dem Lesen. Auch der Lernbereich Mündlicher Sprachgebrauch
spielt beim Präsentieren der Ergebnisse eine wichtige Rolle. Dabei sollen einfache Sachverhalte
und Beobachtungen erfasst und sprachlich dargestellt werden (Informationen geben und aufnehmen)
(vgl. Lp Deutsch, S. 12). Eine weitere Verbindung gibt es zur Kunsterziehung, durch das
Zeichnen von weiteren Anwendungsbeispielen.
- Welche Schwierigkeiten kann es für den Schüler bei
der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand geben?
Das Rätsel zu Beginn der Stunde stellt evtl. eine Schwierigkeit dar, da es
mehrere Lösungen zulässt. Da die Kinder Gruppenarbeit noch nicht gewohnt sind, kann es hier zu
Konflikten zwischen den Schülern kommen. Somit kann das Erschließen negativ beeinflusst werden.
Weiterhin kann es Probleme bei dem Vorstellen und Vorführen der Ergebnisse bzw. Versuche geben,
da es einigen Schülern schwer fällt, sich sprachlich zu äußern. Gleiches trifft auch für die
Zusammenfassung zu.
- Wie kann der Lerngegenstand durch Unterrichtsmedien
dargestellt werden?
Da in dieser Stunde die Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts und das Lernen mit
Kopf, Herz und Hand verfolgt werden, eignen sich am besten unterschiedliche Experimente, die
die Schüler durchführen.
Dabei kommen folgende Medien zum Einsatz:
- Arbeitsblatt für jeden Schüler (siehe Anhang);
- Tafel mit vorher erstelltem Tafelbild, welches im Laufe der Stunde ergänzt wird;
- Aufgabenkarte (Experiment) für jede Gruppe (siehe Anhang);
- 1 Strohhalm, 1 kleiner Trichter, 1 Tischtennisball, Knete;
- 1 Serviette, Streichholzschachtel, Bindfaden, Schere;
- 1 Gefäß, 1 Trichter, 1 Becher mit Wasser, Knete;
- 1 Flasche, 1 Schüssel, 1 Luftballon, Thermoskanne mit heißem Wasser;
- Kassettenrecorder mit MC „Und weiter gehts ...";
- 22 Luftballons.
1.3. Bedingungsanalyse
1.3.1. Lernvoraussetzungen der Schüler
1.3.2. Voraussetzungen beim Lehrenden
1.3.3. Organisatorische Bedingungen ...
2.Lernziele der Unterrichtsstunde
Die Schüler lernen in dieser Stunde
- einige Eigenschaften der Luft kennen und können Beispielen aus der Umwelt zuordnen.
Weitere Lernziele sind:
- einen Text erfassen und ihn in praktische Handlung umzusetzen,
- in der Gruppe arbeiten (Teamgeist, Kameradschaft, Kooperation),
- korrektes Ausfüllen eines Vordruckes (Arbeitsblatt)
- sich sprachlich darzustellen.
3. Darstellung des Verlaufs
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4. Begründung des Verlaufs
Diese Heimatkunde- / Sachkundestunde plane ich als Einführungsstunde zum Thema Luft. Dabei
sollen sich die Kinder handlungsorientiert und aktiv mit einigen Eigenschaften der Luft
auseinandersetzen. Die Gruppenarbeit erscheint mir hier günstig, da sich jede Gruppe mit
einer anderen Eigenschaft vertraut machen kann. Jede Gruppe führt ein anderes Experiment
durch, sodass bei der Präsentation alle Kinder aufmerksam und interessiert zuschauen. Durch
die selbstständige Durchführung will ich die Gruppenarbeit der Kinder verbessern. Außerdem
soll sich der Lernstoff besser einprägen. Bei der Auswahl der Versuche richtete ich mich nach
Themen des Lernplanes. Entsprechende Experimente fand ich in Sachkundebüchern verschiedener
Schulbuchverlage. Mit dem Finden von Eigenschaften der Luft möchte ich eine Basis für weitere
Unterrichtsstunden legen. Somit kann ich immer an selbst durchgeführte Versuche erinnern. Die
kleinen Bilder auf dem Arbeitsblatt dienen ebenfalls der Erinnerung. Somit kann schnell
aufgenommen und rückverfolgt werden, welche Eigenschaften behandelt wurden. Eine gute
Einstimmung zum Stoffgebiet bietet mir ein Rätsel. Hier muss das Gelesene erfasst und eine
Lösung gefunden werden. Es soll die Kinder neugierig machen. Die Teilziele, an der Tafel als
Fahrplan, sollen den Kindern den Verlauf der Unterrichtsstunde verdeutlichen. Häkchen
motivieren das Ziel der Stunde zu erreichen. Gruppenarbeitsregeln müssen wiederholt werden, da
diese Unterrichtsform den Kindern noch Schwierigkeiten bereitet. Das Symbol (Gruppenarbeit)
ist den Schülern bekannt und dient ebenfalls der schnellen Aufnahme, welche Unterrichtsform
in dieser Stunde dominiert. Das „Flumi - Lied" dient der Auflockerung und unterbricht die
Demonstrationsphase. Die Kinder sollen ihren Bewegungsdrang nachgehen können. Die Musik soll
sie dazu animieren. In der Zusammenfassung soll ein Schüler das Gelernte anhand des
Tafelbildes zusammenfassen und somit die Stunde abrunden. Zusammenfassungen der Schüler
dienen der Lernstoffverarbeitung und Speicherung.
Literatur
- Lehrplan Grundschule Heimatkunde / Sachunterricht. Klassen 1 - 4. Sächsisches
Staatsministerium für Kultus. 1992.
- Klingberg, L.: Einführung in die Allgemeine Didaktik. Verlag Volk und Wissen Berlin.
1984.
- Bauer, R. (Hrg.): Heimatkunde: Zur fachlichen Vorbereitung auf den Unterricht. Verlag
Volk und Wissen Berlin. 1987.
- Meier, R. (Hrg.): Mobile 2. Heimatkunde Sachunterricht. Westermann Schulbuchverlag GmbH,
Braunschweig 1997.
- Wedekind, H. (Ltg.): Bücherwurm Mein Sachbuch 2. Ernst Klett Grundschulverlag, Leipzig
1997.
- Schmehl S. / Schmehl R.: Arbeitsheft 2 für den Heimatkunde / Sachunterricht Sachsen.
Volk und Wissen Verlag. Berlin 1997.
- Microsoft® Encarta® 97 Enzyklopädie. © 1993-1996 Microsoft Corporation. CD - Rom.
- MC „Und weiter gehts im Sauseschritt" „Zappellied"
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