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1. Darstellung didaktischer Entscheidungen und deren Begründung
1.1.Thematische Einordnung
Das Stundenthema gliedert sich im Lehrplan Mathematik, Klasse 3, in den Lernbereich 2,
Größen ein. Dabei geht es um das Kennenlernen der gebräuchlichsten Einheiten der Länge und der
Zeit, Einheiten der Masse der Einheit „1l" sowie praktisch bedeutsame Beziehungen zwischen
diesen Einheiten. Sie können ihre Kenntnisse beim Umwandeln von Größenangaben, beim Messen und
Schätzen sowie beim Sachrechnen anwenden.( siehe Lp Mathematik S. 32) Im Stoffverteilungsplan
ist es die 12. Stoffeinheit nach der Behandlung des Verfahrens der schriftlichen Subtraktion.
Die unmittelbar vorausgegangene Stunde bildete dessen Abschluß mit einer Klassenarbeit. Für
dieses Thema stehen 6 Stunden zur Verfügung. Dabei wird ein Teil der letzten Stunde vor Beginn
der Osterferien zur Kontrolle mittels Kurzarbeit genutzt. Im Lehrbuch „Nußknacker - Unser
Rechenbuch Klasse 3" stehen die Seiten 70 f. zur Verfügung. Bei dieser Stunde handelt es sich
um die erste Stunde dieser Thematik. Dabei geht es um das schrittweise Erarbeiten der Einheit
der Masse. Da die Erarbeitung nach einer Stufenfolge geschieht (siehe Sachanalyse), sollen in
der ersten Stunde die zwei methodischen Stufen des „direkten Vergleichs" und des „mittelbaren
Vergleichs" der Repräsentanten durchlaufen werden. Erst in der zweiten Stunde werden die
Schüler mit der Einheit der Masse vertraut gemacht. Danach wird durch vielfältige Übungen
Größenvorstellung erworben, Übungen zum Umgang mit einer Waage durchgeführt, das Messen und
Schätzen geübt, Brüche im Zusammenhang mit der Einheit Kilogramm benutzt sowie mit Masseangaben
gerechnet.
1.2. Sachanalyse
- Um welche Sache geht es? Was soll der Schüler lernen?
Die Schüler lernen im ersten Teil der Stunde das Vergleichen und Ordnen von Gegenständen nach
ihrer Masse. Dabei nutzen sie ihre Erfahrung, das Schätzen sowie eine Balkenwaage. Sie erkennen
auch, dass man nicht nur mit einer Balkenwaage messen kann, sondern das man sich auf eine
einfache Art und Weise eine Waage selbst bauen kann. Sie formulieren Aussagen mit „ist leichter
als", „ist schwerer als" und „ist genauso schwer wie". Dies geschieht über handlungsorientertes
Lernen, das heißt, sie erreichen eine Ordnung durch selbständiges Messen und übertragen in eine
Tabelle.
Im zweiten Teil der Stunde bestimmen sie die Masse von Gegenständen mit selbstgewählten
Einheiten. Hier verwenden sie Steckwürfel als Einheit und setzen das handlungsorientierte
Lernen fort. Sie messen und übertragen ebenfalls in eine Tabelle.
Da die Auseinandersetzung mit den Gegenständen in Gruppen verläuft steht auch das soziale
Lernen im Vordergrund.
- Welche fachwissenschaftlichen Grundlagen sind für den Lerngegenstand bedeutsam?
Bei der Behandlung von Größen sind die Begriffe „Größe", „Größenart", „Größenangabe" und
„Einheit" bedeutsam. Bei einer „Größe" spricht man von einer Eigenschaft eines Gegenstandes
oder Vorgangs, die man qualitativ charakterisieren und quantitativ bestimmen kann. Es ist das
Ergebnis eines Abstraktionsprozesses, bei dem Gegenstände oder Vorgänge hinsichtlich einer
Eigenschaft verglichen werden und eine Klasseneinteilung erfolgt. Zu einer Klasse gehören genau
die Elemente, die bei Anwendung eines Meßverfahrens das gleiche Ergebnis aufweisen. Man spricht
also von einer Äquivalenzrelation („ist so schwer wie"). Jede so gebildete Klasse heißt Größe.
Bei einer „Größenart" spricht man von der qualitativen Charakterisierung der Eigenschaft, die
der Klassenbildung zugrunde gelegt wird, z.B. Masse. Sie ist die Gesamtheit aller möglichen
Größen einer ausgewählten Eigenschaft. Größen gleicher Art kann man unter Verwendung von
Ordnungsrelationen miteinander vergleichen („ ist schwerer als"). Eine „Größenangabe" ist die
qualitative Bestimmung des Ausprägungsgrades der Eigenschaft, die der Klassenbildung zugrunde
gelegt wird. Die Bezeichnung einer Größe besteht aus einer Maßzahl und einer Einheit, z.B.
12 kg, 8 Steckwürfel, ... Diese Größe kann durch unterschiedliche Arten von Größenangaben
bezeichnet werden.
- mit einer Einheit ( 6 kg, 500 g),
- mit zwei Einheiten ( 6 kg 500 g),
- in Kommaschreibweise (6,500 kg bzw. 6,5 kg).
Eine „Einheit" ist eine aus der Menge gleichartiger Größen ausgewählte Größe, die als
Vergleichsmaß zur quantitativen Bestimmung dient (Masse eines Steckwürfels, 1 kg). Die
Basiseinheit der Masse ist Kilogramm und die abgeleitete Einheit heißt Gramm (nach SI ).
Weiterhin bedeutsam sind die Begriffe „Messen" und „Schätzen". Dabei erhält man stets
Näherungswerte. „Messen" ist das Feststellen, wie oft ein Repräsentant einer als Einheit
dienenden Größe in einem Repräsentanten einer anderen Größe gleicher Art enthalten ist. Dabei
sollte man über gebrauchsfähige Meßinstrumente und Kenntnisse über deren Handhabung besitzen.
Das „Schätzen" ist das gedankliche Feststellen, wie oft in einem vorgegebenen Repräsentanten
einer Größe ein Repräsentant einer Größe gleicher Art (von dem man möglichst genaue Vorstellung
hat) enthalten sein könnte. Hier bilden Größenvorstellungen und Meßerfahrungen die
Voraussetzung und sollten stets mit dem Nachmessen verbunden werden. (vgl. Lauter, Fundament
...)
- Welche Zugänge zum Lerngegenstand lassen sich nutzen und in welchen Schritten kann die Sache erschlossen werden?
Bei der Erarbeitung von Größen sollte in einer Stufenfolge vorgegangen werden. Man
unterscheidet verschiedene didaktische Stufenfolgen, die für die einzelnen Größenarten im
wesentlichen gleich sind. Übergänge zwischen den Stufen sollten dabei stets fließend verlaufen.
Radatz / Schipper unterscheiden 9 Stufen:
- erste Erfahrungen in Sach- oder Spielsituationen,
- direkter Vergleich von Repräsentanten einer Größe,
- indirekter Vergleich mit Hilfe willkürlicher Maßeinheiten,
- Erkennen der Invarianz einer Größe,
- indirekter Vergleich mit Hilfe standardisierter Maßeinheiten,
- Entwicklung einer Vorstellung der standardisierten Einheitsgröße,
- Messen mit technischen Hilfsmitteln,
- Verfeinern und Vergröbern der Maßeinheiten,
- Rechnen mit Größen.
Da ich mich mehr auf Lauter beziehe, möchte ich nicht näher auf diese genannten Stufen
eingehen. Lauter nennt 3 methodische Stufen:
- methodische Stufe - das direkte Vergleichen von Repräsentanten.
Die Schüler vergleichen und ordnen Gegenstände nach ihrer Masse durch Nutzen von Erfahrungen,
Schätzen und einer Waage. Sie formulieren Aussagen mit „ist leichter als", „ist schwerer als"
und „ist genauso schwer wie".
- methodische Stufe - das Vergleichen von Repräsentanten mit willkürlich
gewählten Einheiten.
Sie bestimmen die Masse von Gegenständen mit selbstgewählten Einheiten, wie z.B. Steckwürfel
als Einheit.
- methodische Stufe - das Vergleichen von Repräsentanten mit genormten Einheiten.
Sie lernen die Einheiten Kilogramm (kg) und Gramm (g) kennen und wenden diese an.
Diese drei Stufen bedürfen, so Lauter, einer Reihe von Zwischenschritten.
Einsteigen könnte man mit einem Streitgespräch, welcher Gegenstand schwerer ist. Über Anregung
der Phantasie und des Denkens sollten die Schüler erkennen, eine „Kleider- bügelwaage" zu
nutzen. Handlungsorientiert durchlaufen die Schüler die ersten beiden methodischen Schritte
nach Lauter.
- Welche Schwierigkeiten kann es für den Schüler bei der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand geben?
Schwierigkeiten könnte der Umgang mit der Balkenwaage machen. Es könnte zu Meßfehlern kommen,
weil die einzelnen Gruppen mit Hilfe des Tarierschiebers die Waage nicht ins Gleichgewicht
bringen. Manche Gegenstände (je nach Wahl des Schülers) könnten sich schlecht in eine
Reihenfolge bringen lassen, da die Waage eventuelle Ableseprobleme bereitet. Manche Schüler
könnten auch nicht die „Strategie" des Vorgehens beim Messen verstehen.
- Wie kann der Lerngegenstand durch Unterrichtsmedien dargestellt werden?
Genutzt werden für diese Stunde die Tafel (mit vor der Stunde erstelltem Tafelbild), eine
„Lehrerkleiderbügelwaage", 7 Balkenwaagen aus Einzelteilen, ein Arbeitsblatt, Gegenstände aus
der Federmappe des Schülers und Steckwürfel. Durch die „Kleiderbügelwaage" gelingt der Einstieg.
Hierbei sollen die Schüler erkennen, dass man sich mit einfachen Gegenständen helfen kann.
Mit Hilfe der Balkenwaagen ermitteln die Schüler eine Reihenfolge (Ordnung) der Gegenstände aus
der der Federmappe des Schülers und tragen diese in ein Arbeitsblatt ein. Die Tafel dient der
Zusammenfassung der Ergebnisse. Steckwürfel werden als selbstgewählte Einheit verwendet. (Die
Triangel wird als Aufmerksamkeitszeichen bei der Gruppenarbeit benutzt.)
1.3. Bedingungsanalyse
1.3.1. Lernvoraussetzungen der Schüler
1.3.2. Voraussetzungen beim Lehrenden
1.3.3. Organisatorische Bedingungen ...
2. Lernziele der Unterrichtsstunde
Die Schüler
- lernen die Größenart Masse kennen,
- erlangen die Fähigkeit, mit Hilfe einer Balkenwaage, Gegenstände nach ihrer Masse zu
vergleichen und zu ordnen,
- benutzen bei der sprachlichen Darstellung die Begriffe „ist schwerer als" und „ist
genauso schwer wie" als Vergleichsmöglichkeit,
- lernen in einer Gruppe zu arbeiten (soziales Lernen),
- erkennen, dass auch mit einer selbstgewählten Einheit gemessen werden kann,
- erlangen die Fähigkeit, in vorgedruckte Tabellen ihre Ergebnisse einzutragen.
3. Darstellung des Verlaufs
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4. Begründung des Verlaufs
Ausgehend von der Stufenfolge für die Erarbeitung von Einheiten nach Lauter und des Lehrplanes
gliedert sich der Verlauf der ersten Stunde zu diesem Thema. Durch den Einstieg mit dem
Streitgespräch wird bei den Kindern das Interesse für das Thema geweckt. Dabei wird
gleichzeitig das sprachliche Darstellen geübt. Bei der Suche nach einer Möglichkeit des Messens
der beiden Federmappen wird Phantasie und Denken angeregt. Da der Unterricht handlungsorientiert
ablaufen soll, demonstriert erst ein Schüler das Meßverfahren, bevor dann im Gruppenunterricht
möglichst alle Schüler tätig werden sollen und so den Lerngegenstand handelnd erschließen. Bei
den Handlungen habe ich darauf geachtet, die methodischen Stufen Eins und Zwei nach Lauter
umzusetzen. Das Arbeitsblatt dient als Ergebniserfassung und zu Übungszwecken. Dabei sollen die
Schüler den Begriff „ist schwerer als" mit ihren Ergebnissen anwenden. Im zweiten
Handlungsabschnitt soll die Einheit „Steckwürfel" als eine Einheit verstanden werden, mit der
man messen kann. Deren Abschluß soll eine Übung zum Ordnen der gemessenen Gegenstände bilden.
Der Gruppenunterricht ermöglicht meiner Meinung nach das effektivste Umgehen mit dem
Lerngegenstand und steht somit im Vordergrund des Sozialformen.
Literatur
- Lehrplan Grundschule Mathematik Klasse 1 - 4. Sächsisches Staatsministerium für Kultus.
- LAUTER, Josef: Fundament der Grundschulmathematik. Auer, Donauwörth 1991.
- RADATZ, Hendrik/ SCHIPPER, Wilhelm: Handbuch für den Mathematikunterricht an
Grundschulen. Schrödel, Hannover 1983.
Quelle: www.Grundschulhelfer.de.vu