Quelle: www.Grundschulhelfer.de.vu



Anlässlich meiner 2.Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen schrieb ich am Seminar Waldkirchen (Sn) eine Abschlussarbeit zum Thema:

"Zum Einsatz von Computer - Lernprogrammen als Möglichkeit der individuellen mathematischen Förderung in der Klasse 3"

Da ich in meiner Ausbildungsschule (Humboldtschule Grundschule Oberlungwitz) die Möglichkeit hatte, den Computer in den Unterricht einzubeziehen, stützt sich die nachfolgende Arbeit auf dessen Ergebnisse.

[Inhaltsverzeichnis] [Ziel] [Theorie] [Praxis] [Literatur] [Anhang]

 

 

Zum Einsatz von Computer-Lernprogrammen als Möglichkeit individueller mathematischer Förderung in der Klasse 3

 

 

 

Schriftliche Arbeit

 

als Teil der Zweiten Staatsprüfung

für das Lehramt an Grundschulen

 

 

 

im Fach Mathematik

 

 

 

am Staatlichen Seminar für das Lehramt an Grundschulen

Waldkirchen

 

 

 

 

 

vorgelegt von

Lars Bilz

 

 

 

 

 

Waldkirchen, September 1998

Inhaltsverzeichnis

1. Ziel der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

3. Praktische Erfahrungen

Literaturverzeichnis

Anhang

Anlagenverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

1. Ziel der Arbeit

In meiner vorliegenden schriftlichen Arbeit, die ein Teil der Zweiten Staatsprüfung bildet, möchte ich Aussagen zum Einsatz von Computer-Lernprogrammen an der Grundschule treffen. Diese beziehen sich auf das Fach Mathematik der Klasse3.
Meine Aufzeichnungen sollen zeigen, dass diese methodische Form eine Möglichkeit zur individuellen Förderung im mathematischen Bereich sein kann. Ich betrachte sie stets als wirkungsvolle Ergänzung für meine didaktische Konzeption.
Für mich nimmt diese Arbeit einen besonderen Stellenwert ein, weil man schon frühzeitig die Schüler der Grundschule mit den sich veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Gesellschaft vertraut machen kann.
Ich bin der Überzeugung, dass man mit dem Einsatz von Computer-Lernprogrammen dem Anspruch der sächsischen Grundschule gerecht wird, weil dadurch eine Basis für selbstständiges Denken, Lernen und Arbeiten entwickelt und gefördert wird.
Im ersten Teil möchte ich allgemeine Aussagen zur Förderung darlegen, Grundlagen des Computereinsatzes in der Grundschule erläutern und Softwarekriterien sowie Einschränkungen des Mediums im Unterricht nennen.
Meine praktischen Erfahrungen beziehen sich auf drei didaktisch - methodische Konzepte. Zuerst wird die Wirksamkeit des Förderunterrichts am PC erläutert. Dabei bilden zwei Probanden mit durchschnittlichen Leistungen die Grundlage. Sie sollen mit Hilfe von ausgewählten Computer-Lernprogrammen an Lehrplananforderungen herangeführt werden. Außerdem soll durch Erfolgserlebnisse die Freude an der Mathematik geweckt bzw. erweitert werden..
Durch den Computerrechenwettbewerb sollen Vergleiche zwischen den zwei Schülern und dem Klassenverband gezogen werden. Mit einem vorangegangenen schriftlichen Wettbewerb möchte ich Unterschiede zwischen schriftlichen Arbeiten und Computertätigkeit ziehen.
Mittels Konzeption des Werkstattunterrichts sollen alle Schüler der Klasse 3c mit einem Computer - Lernprogramm individuell gefördert werden. Grundlage dabei ist die freie Wahl der Übung.


 

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Begriff Förderung

2.1.1. Allgemeine Aussagen

Aufgrund der Entwicklung der Gesellschaft hat sich die Kindheit in den letzen Jahren entscheidend verändert. So gibt es heute anders strukturierte Familien (Einelternfamilien und Scheidungskinder), und die Erfahrungswelten der Kinder haben sich weitestgehend verändert. Ich denke hierbei an den Umgang mit Medien und die daraus resultierenden Spielerfahrungen der heutigen Kinder. Auch die Straßensozialisation spielt hier eine große Rolle. Solche Faktoren führen zu sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen beim Schuleintritt. Eben diese unterschiedlichen Erfahrungswelten und Leistungsvoraussetzungen machen das Fördern und Differenzieren zu einem zentralen Prinzip des Grundschulunterrichts in allen Klassenstufen (Lorenz / Radatz, 1993, S. 81).
Im Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule ist verankert: "Durch stark differenzierte Unterrichtsmethoden wie Partner- und Gruppenarbeit, Freiarbeit, aber auch Projektunterricht wird die Grundschule der Lebensvielfalt, den Lebenseinstellungen, den Verhaltensweisen und Leistungsmöglichkeiten aller Schüler gerecht."
Auf dem 2. Zwickauer Grundschultag im Mai 1998 wurde eine entscheidende Aufgabe der Grundschule genannt: "Die sächsische Grundschule hat den Anspruch, alle Kinder in einer leistungs- und kindorientierten Grundschule so zu fordern und zu fördern, dass eine solide Basis für selbstständiges Denken, Lernen und Arbeiten entwickelt wird." (Referat H. Franzke).
Um jeden Schüler in ausreichendem Maße zu fordern und zu fördern, erfolgt eine ständige Diagnose der Lernvoraussetzungen und Lernergebnisse. Über das Erkennen der Lernfortschritte sollen differenzierte Lernangebote und Unterrichtsmaterialien, die für jeden Schüler eine Herausforderung darstellen, geschaffen werden.
Diese veränderten Bedingungen fordern eine Öffnung der Grundschule, die sich zunehmend an den Prinzipien des ganzheitlichen und aktiv-entdeckenden Lernens orientiert (ebenda).
Gerade diese Öffnung des Unterrichts erlaubt es, auf individuell sehr unterschiedliche Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen angemessen durch die vielfältigen Maßnahmen einer inneren Differenzierung des Unterrichts zu reagieren.
Anhand dieser neuen Forderungen an die Grundschule entstand ein neues Mathematikkonzept unter der Leitung von Prof. Dr. E. Ch. Wittmann und Prof. Dr. G. Müller. Mathe 2000, so der Name, soll den Kindern, die in das 3. Jahrtausend hineinwachsen wieder Spaß am Mathematikunterricht bringen. Dies soll durch die Konzeption eines Lehrwerkes erreicht werden. Ein Leitgedanke ist hierbei auch die Förderung aller Kinder. "Die natürliche Differenzierung innerhalb eines Themas erlaubt, dass Kinder unterschiedlichen Lernstandes gemeinsam und voneinander lernen." (Progamm Mathe 2000). Durch das mehrmalige Aufgreifen des Rahmenthemas kann jedes Kind mit seinen Fähigkeiten in seinem Tempo und auf seinem persönlichen Lernweg zu Erfolgen gelangen. Diese Erfolge sind besonders für Kinder mit Lernschwierigkeiten wichtig.
Eine Aufgabe des Mathematikunterrichts besteht unter anderem darin, "... dem Kind zu helfen, seine Lebenswirklichkeit zu erschließen und eine bestmögliche Förderung der geistigen und sozialen Entwicklung der Kinder zu erreichen." (Lp. Grundschule Mathematik, Sachsen, 1992, S. 7)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass aus objektiven und subjektiven Ursachen die individuelle Förderung immer notwendiger wird. Ziel aller Pädagogen muss es sein, jedes Kind von verschiedenen Ausgangspunkten, zu verschiedenen Zielen, mit verschiedenen Mitteln, zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedener Geschwindigkeit zu fördern.
Unterschiedliche Möglichkeiten sollen im folgenden Kapitel dargestellt werden.


2.1.2. Möglichkeiten der Förderung

Bei der Förderung der Schüler kommt es darauf an, jeden einzelnen mit seinen individuellen Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu analysieren und aus dieser Analyse spezifische Fördermaßnahmen abzuleiten und zu organisieren. Wenn die Stärken und Schwächen der Schüler richtig analysiert worden sind, können daraus die spezifischen Maßnahmen zur individuellen Förderung abgeleitet werden.
Methodenkompetenz des Lehrers und vielfältige Arbeitsmittel spielen dabei eine große Rolle. Der Unterrichtsgegenstand, die Ziele und die Schüler mit ihren altersmäßigen Besonderheiten und individuellen Voraussetzungen sind maßgebend für die Wahl der Unterrichtsmethode und der entsprechenden Übungsform.
Um speziell zur individuellen Förderung im Mathematikunterricht zu kommen, sollen nachfolgend geeignete Unterrichtsformen und Übungsformen genannt werden.
Da ich schon von der Öffnung des Unterrichts sprach, sind natürlich auch entsprechende Unterrichtsformen notwendig. Ich denke hierbei an Gruppenunterricht, Partnerarbeit oder auch an neuere Methoden, wie Lernen an Stationen, Werkstattunterricht oder das Arbeiten in einer Lernwerkstatt. Natürlich bringt auch die Einzelarbeit einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Förderung, wobei ich speziell an Mathematikspiele oder Förderunterricht denke. Auch beim Üben spielt die Einzelarbeit eine große Rolle.
Einzelnen Übungsformen kommt im Förderprozess unterschiedliches Gewicht zu. Bauersfeld nennt zehn Übungsformen:

Eine Übung kann sowohl offen als auch problemorientiert und spielerisch sein, also durchaus mehreren Übungsformen entsprechen (vgl. Bauersfeld, In: Lorenz / Radatz, 1993, S. 85 ff.).
Auf dem Lehrmittelmarkt wird derzeit eine fast unüberschaubare Menge an Arbeitsmitteln und Lernspielen angeboten. So zählen Cruisenaire-Stäbe, Steckwürfel, Rechenkette, Rechenbrett, Hunderterperlenkette, Zahlenstrahl, Hundertertafel, Rechengeld oder Dienes Blöcke zu den bekannten und bewährten Arbeits- und Anschauungsmitteln. Zu den "neueren" Arbeitsmitteln für den Schüler zählen die Paletti-Scheiben oder der Mathetwist. Hier bietet fast jeder Schulbuchverlag eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten in Form von Lernspielen oder Mitteln zur Veranschaulichung an.
In neuester Zeit findet man auch Lernspiele oder Lernprogramme auf CD-ROM in den Angeboten. Ihr Einsatz, im Zusammenhang mit einem Personalcomputer (PC), bietet vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Förderung, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen.


2.2 Die Arbeit mit dem Computer als eine Möglichkeit der individuellen Förderung

2.2.1 Allgemeine Aussagen

Kleincomputer gehören zu unserem Alltag wie Radio und Fernsehen. Sie werden immer wichtiger und vor allem vielseitiger nutzbar und das ohne spezielle Programmierkenntnisse. Die Bedienung wird immer einfacher. Selbst für Kinder ist der Umgang mit diesem technischen Medium bereits selbstverständlich. Sie zeigen kaum Scheu oder Angst und bewegen sich nach kurzer Zeit sicher in den Programmen. So lernen sie auf spielerische Art und Weise den Umgang mit dem Computer.
Kriegelstein spricht sogar davon, dass in nächster Zeit das Umgehen mit dem Computer so selbstverständlich zu unserem Leben gehören wird wie heutzutage das Schreiben mit Stift und Papier. Deshalb bezeichnet er das Arbeiten mit dem PC als eine Art vierte Kulturtechnik (Kriegelstein, In Praxisnutzung, 1997, S.10). Darum fordert er, dass die Grund- schule auf die geänderten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu reagieren hat und diese wichtige Bildungschance unserer Kinder von Beginn an genutzt werden soll (ebenda).
Brügelmann meint dazu, dass es weder wünschenswert noch möglich ist, Kinder von diesem Medium fernzuhalten (Brügelmann, In Krauthausen / Herrmann 1994, S.128).
Der Einsatz des Computers in der Grundschule hat nichts mit dem programmierten Lernen oder einem systematischen Lehrgang des Arbeitens am PC zu tun. Es handelt sich um ein interaktives Medium, das auf Handlungen des Kindes reagieren kann (Kriegelstein, In: Praxisnutzung, 1997, S. 7).
Mit Hilfe speziell konzipierter Lernprogramme können individuelle Schwächen erkannt und analysiert werden. Außerdem gibt es eine sofortige Rückmeldung über Lernfortschritte und Fehler. Lernergebnisse können über einen angeschlossenen Drucker ausgedruckt werden.
Des weiteren eignen sich Kleincomputer als Medium und Arbeitsmittel für die Öffnung (siehe 2.1.1) des Unterrichts.
Wodurch eine Wirkung des Mediums Computer erreicht werden kann, wird im Anhang, (Anlage 1 Abb. 1, S.1) erklärt.

2.2.2 Computerunterstützter Unterricht

Ich gehe beim Computereinsatz in der Grundschule von einem computerunterstützten Unterricht aus, also von der Einbeziehung dieses Arbeitsmittels in offene Unterrichtsformen.
Herrmann unterscheidet den Einsatz von Drill-and-Practice-Programmen und Computer-Assistent-Instuction (CAI) oder -Learning (CAL). Mit ersterem wird im allgemeinen der Einsatz von Übungs- und Lernprogrammen bezeichnet. Sie dienen der Festigung eines schon bekannten Lerninhaltes und steigern die Rechenfertigkeit. Auch die Geschwindigkeit der Reproduktion soll erhöht werden.
CAI und CAL dienen der Aneignung eines Lernstoffes. Beide arbeiten mit verstärkten Stimuli, bringen sofortige Rückmeldung über Fehler und bieten den Lerngegenstand kleinschrittig dar (Herrmann, In: Krauthausen / Herrmann, 1994 S. 57 f.).
Gorny unterscheidet vier Formen des schulischen Einsatzes von Computern:

ð Denkwerkzeuge bzw. höhere Sprachsysteme wie LOGO,

ð Werkzeuge zur Organisation von Informationen,

ð entdeckendes Lernen unter Anleitung (Simulationsprogramme),

ð Hilfsmittel für Lehren und Lernen (Demonstrations- und Kommunikationsmittel),

ð tutorielle Software, die Lehrfunktion übernimmt,

ð Trainingsprogramme;

Weitere Handlungsfelder sind im Anhang (Anlage 2, Abb. 2, S. 2) erklärt.
Bei einigen Programmtypen ist sofort erkennbar, dass sie für die Grundschule unbrauchbar sind.
Speziell im Mathematikunterricht lässt sich der Computer

Der erstgenante Bereich bildet den Schwerpunkt und Arenhövel (In: Mitzlaff, 1996, S. 111) spricht davon, dass sich fast alle Übungsformen nach Lorenz/Radatz (s.o.) verwirklichen lassen.
Heutige Computerprogramme zeichnen sich durch eine große Interaktivität, eine verbesserte Diagnosefähigkeit, verschiedene Schwierigkeitsstufen und Lerngeschwindigkeiten sowie eine benutzerfreundliche Oberfläche und Sprachausgabe aus. Während die ersten simplen Lernprogramme "ja" und "nein" zur Eingabe hatten, geben zeitgemäße Programme konkrete Hinweise und leisten bei Bedarf Hilfestellungen.
Herrmann nennt 5 Argumente für den Einsatz des Computers im Unterricht:

      1. Der PC ist als neues Medium und durch sein ständiges Feedback hochgradig motivierend (MOTIVATION).
      2. Die selbstständige Gestaltung des Lernprozesses wird zugelassen (SELBSTKONTROLLE).
      3. Individuelle Lerngeschwindigkeiten und Lernfortschritte ermöglichen, auf individuelle Lernschwächen einzugehen (INDIVIDUALISIERUNG) (individuelle Förderung - d.V.).
      4. Lernprogramme sind objektiv, neutral und wertfrei (OBJEKTIVITÄT).
      5. Der Computer schafft eine angstfreie Lernatmosphäre, weil Fehler keine Konsequenzen nach sich ziehen (ANGSTFREIHEIT) (Herrmann, In: Krauthausen / Herrmann 1994, S. 58 ff.).

All diese Argumente lassen sich in einem Unterricht in frontaler Form nicht durchsetzen. Mit dem Einsatz geeigneter Software können aber in der Freiarbeit, der Wochenplanarbeit, dem Werkstattunterricht usw. leistungsschwächere Schüler gezielt gefördert werden. Bei solchen Kindern spielt gerade die Motivation, Angstfreiheit und natürlich die Individualisierung eine große Rolle.
Weiterhin für positiv halte ich, dass der Lernprozess jederzeit unterbrochen werden kann. Dabei besteht keine Gefahr, beim laufenden Unterricht den Anschluss zu verlieren.

2.2.3 Softwarekriterien

Die wichtigste Voraussetzung für den erfolgreichen Computereinsatz ist die Auswahl der Software. Seit einigen Jahren gibt es eine unüberschaubare Menge an Software. Auch computerinteressierte Amateure oder Personen, die nicht unbedingt etwas mit der Schule zu tun haben, versuchen kleine Lernprogramme zu erstellen. Solche Produkte werden als Public-Domain (PD) und Shareware bezeichnet. Gerade bei PD-Programmen sind die Autoren niemandem gegenüber verpflichtet, sind keinem Verlagsprogramm unterworfen und müssen keine Norm erfüllen. Die Qualität lässt häufig zu wünschen übrig. Sharewareprogramme kann man unter eingeschränkter Nutzung vor dem Kauf prüfen. Hier sollte man kritisch vorgehen. Vorteilhaft an solchen Programmen ist die preiswerte Anschaffung, sie besitzen aber nicht immer ein angemessenes "Know-how" in technischer und inhaltlicher Hinsicht.
Gute Lernsoftware soll keine spezifischen PC - Kenntnisse voraussetzen und vor allem bei Fehleingaben gut verständliche Hilfen aufweisen.
Im Folgenden sollen die aus meiner Sicht wichtigsten Leitfragen zur Unterrichtssoftwarebewertung nach Weber genannt werden (Weber, In: Krauthausen / Herrmann, 1994, S.68 ).
Er unterscheidet die programmtechnische und die fachdidaktische Bewertung.

Programmtechnische Bewertung:

Fachdidaktische Bewertung:

Diese Leitfragen sind zugleich Kriterien für den Computereinsatz im Unterricht. Ferner erscheint mir wichtig:

Abschließend möchte ich bemerken, dass man Lernprogramme verantwortungsvoll prüfen muss, damit man nicht vorgetragenen Versprechungen erliegt (Verpackungstext).
Die Entwicklung qualitativ hochwertiger Lernsoftware setzt eine enge Verbindung von versierten Software - Experten und erfahrenen Grundschulpraktikern voraus. So gibt es bisher recht wenig Produkte, die all den genannten Bedingungen entsprechen (Mitzlaff, 1997, S. 127).

2.2.4 Einschränkungen für den Computereinsatz in der Grundschule

Da es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen für und gegen den Einsatz von Computerlernprogrammen gab, sollten an dieser Stelle auch Vorbehalte gegen den Computereinsatz angeführt werden. Sesink nennt hier:

Mitzlaff nennt die hohen finanziellen Mittel für die Anschaffung des Mediums als Grund der Ablehnung (Mitzlaff, 1996, S. 34).
So wie diese beiden Autoren gibt es eine Reihe von Pädagogen, die Nebeneffekte des Computereinsatzes sehen.
Selbstverständlich haben diese Gründe ihre Berechtigung. Allerdings soll später noch nachgewiesen werden, wie durch einen sinnvollen Einsatz des Computers rechenschwächere Schüler mit diesem Medium gefördert werden können.

Im nachfolgenden Gliederungspunkt äußere ich dazu meine persönliche Meinung.

2.2.5 Eigener Standpunkt

Anhand des Studiums der Literatur und der praktischen Durchführung in meinem Mathematikunterricht der Klasse 3 bin ich für einen Einsatz von Computer - Lernprogrammen in der Grundschule.
Die Vorteile des Computers, das Wissen über Softwareauswahl und Softwareeinsatz haben mich - bei Beachtung aller Einschränkungen - überzeugt von der Notwendigkeit und vom Nutzen des Computereinsatzes im Unterricht. Die Forderung der neuen Grundschule nach mehr individueller Förderung lässt sich mit Hilfe des Computers gut realisieren. Natürlich haben auch bei mir die bewährten Arbeitsmittel ihren Platz und ihre Berechtigung. Der Computer ist lediglich ein weiteres Medium, dass zu Übungszwecken seinen Einsatz findet, abhängig natürlich von der Unterrichtsform und dem Übungsschwerpunkt. Computer können jedoch keinen guten Unterricht ersetzen, aber bei richtigem, durchdachtem Einsatz wirkungsvoll ergänzen. Für wichtig halte ich auch, dass der Computer nicht Selbstzweck ist, sondern dass die Kinder das Gefühl haben, an einer Aufgabe zu arbeiten und nicht an einem PC.

Im folgenden praktischen Teil möchte ich meine Erfahrungen und Ergebnisse näher erläutern.

3. Praktische Erfahrungen

3.1 Vorbemerkungen

Wie kam ich überhaupt dazu, Computerlernprogramme in meinen Unterricht einfließen zu lassen?

Zu Beginn des Schuljahres 1997/98, was gleichzeitig der Anfang meiner Referendartätigkeit war, überraschte mich, dass meine Ausbildungsschule über Personalcomputer verfügte. 3 IBM-Kompatible 286er PC (80286 Prozessor) Geräte standen in Klassen- zimmern als Arbeitsmittel zur Verfügung. Da diese Klassen nach der Jürgen-Reichen-Methode "Lesen durch Schreiben" unterrichtet werden, sahen die unterrichtenden Kollegen den Computer als eine nützliche Ergänzung, den Lese- und Schreiblernprozess zu unterstützen. Ein weiterer PC der Baureihe Pentium befand sich in einem separaten Zimmer und wurde wenig genutzt.
Da ich seit langem am Computereinsatz in der Grundschule interessiert bin, beschloss ich, auf diesem Gebiet selbst praktische Erfahrungen zu sammeln. Unterstützt von meiner Schulleiterin rief ich eine Computer - Arbeitsgemeinschaft ins Leben, um zu sehen, inwieweit Grundschulkinder in der Lage sind, mit diesem Medium zu arbeiten. Ich teilte meine Klasse in zwei Gruppen, die auf fakultativer Basis das Umgehen mit dem Computer spielerisch erlernen sollten. Von Anfang an spürte ich bei den Kindern großes Interesse und Aufgeschlossenheit diesem Medium gegenüber.
Diese AG war letzten Endes Ausgangspunkt für mein weiteres Ziel, den Computer auch im Unterricht zu erproben.

3.2 Klassensituation und räumliche Bedingungen

Bei meiner 3. Klasse handelt es sich um 30 Kinder (13 Jungen, 17 Mädchen) mit unterschiedlichen Computererfahrungen. Die Beziehungen zum PC gehen aus der Anlage 10, Tab.9 (Anhang S.14) hervor. Mehrere Kinder nutzen den heimischen PC der Eltern, allerdings meist zu Spielzwecken.
Die Klasse hat bisher in keinem Unterrichtsfach mit dem Computer gearbeitet.
Der Leistungsstand im Fach Mathematik ist recht unterschiedlich. Es reicht von einer breiten Masse an guten und sehr guten Leistungen bis hin zu zwei Kindern, welche für eine Förderschule vorgeschlagen wurden.
Das Klassenzimmer ist recht klein für diese Schüleranzahl, trotzdem konnte eine Computerecke mit dem Pentium-PC eingerichtet werden. So stand das neue Medium den Kindern ständig zur Verfügung (vgl. Anhang, Anlage 11, S.15).

3.3 Softwareauswahl

Nachdem ich mir im Klaren darüber war, in welcher Unterrichtsform (Förderunterricht, Freiarbeit) ich den Rechner sinnvoll nutzen kann, begann ich geeignete Software zu suchen.
Als Erstes stieß ich auf eine CD-Rom von der Westermann Lernspiel GmbH. Die LÜK-CD-ROM "Mathe 3" ist ein interaktives Lern- und Übungsprogramm für Schüler der Klasse 3. Der Inhalt ist analog der Lernbereiche des Lehrplanes Grundschule Mathematik / Sachsen zu sehen:

  1. Rechnen im Zahlenraum bis 1000,
  2. Rechnen mit Größen,
  3. Sachrechnen,
  4. Grunderfahrungen der Geometrie.

Insgesamt stehen elf Übungsbereiche zur Auswahl. Die Herausgeber legten besonderen Wert auf das Verstehen mathematischer Sachverhalte. Außerdem trainieren die grafisch ansprechenden Übungen nicht nur Rechenfertigkeiten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Hilfen für formale Rechenoperationen. Die Schüler sollen strukturelle Zusammen- hänge erfassen und schrittweise die Hilfen reduzieren. Dabei unterstützt sie Lucky, eine Comicfigur, die immer dabei ist. Er gibt Hinweise, lobt oder spornt zur Weiterarbeit an. Ziel ist es immer, mittels der richtigen Lösung ein Muster zusammenzusetzen.
Die Systemvoraussetzungen sind im Anhang (Anlage 8, S.11) beschrieben.
Dieses Programm wurde mir von der Schule zur Verfügung gestellt.
Ein weiteres Lernprogramm kommt vom Ernst Klett Grundschulverlag. Blitzrechnen, Kopfrechnen im 3.und 4. Schuljahr ist ebenfalls ein interaktives Lern- und Übungsprogramm. Hauptinhalt ist das Kopfrechnen, was eine unentbehrliche Grundlage für halbschriftliches und schriftliches Rechnen sowie Überschlagsrechnen ist.
Diese CD-ROM entstand im Rahmen des Projekts Mathe 2000 und wurde von Gerhard N. Müller und Erich Ch. Wittmann als systematischer Blitzrechenkurs konzipiert. Der Kurs besteht aus zehn Aufgabentypen (Anhang, Anlage 9, S.12), die zentrale arithmetische Lehrplaninhalte abdecken. Das Programm ist so gestaltet, dass Grundschulkinder damit selbstständig üben können und neben dem Blitzrechnen auch grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer (Bedienung der Tastatur und der Maus) erwerben.
"Die CD-ROM unterstützt zwar auch die Grundlegung, dient aber hauptsächlich der Automatisierung der einzelnen Blitzrechenfertigkeiten am Ende des Lernprozesses, d.h. dem Training der Geläufigkeit und Sicherheit, mit der diese Fertigkeiten beherrscht werden." (Begleitheft CD-ROM) Neben unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen (z.B. anschauliche Ebene) gibt es auch eine Wettkampfstufe. Hier müssen mehrere Aufgaben möglichst schnell gerechnet werden, dies dient in besonderer Weise der Automatisierung. Bewältigte Übungen kann man ausdrucken (Anhang, Anlage 3, S.3), auf ein Diagnosemodul wurde aus didaktischen Gründen bewusst verzichtet.
Die Systemvoraussetzung ist im Anhang (Anlage 8, S.11) genannt. Dieses Programm wurde von mir käuflich erworben.
Beide Programme habe ich nach den Softwarekriterien (siehe 2.2.3) untersucht und für einsatzfähig gehalten.
Danach überlegte ich mir, wie ich den Förderunterricht und den Werkstattunterricht mit dem Computer und der genannten Software durchführen kann.

3.4 Didaktisch methodische Konzepte und deren pädagogische Umsetzung

3.4.1 Förderunterricht

3.4.1.1 Konzept Förderunterricht

Der Förderunterricht ist eine Form der äußeren Differenzierung. Er wird in kleineren Schülergruppen über einen begrenzten Zeitraum gesondert erteilt und dient dem Erreichen bestimmter Lernziele (Lp. Grundschule Mathematik, 1992, S.9). Der überlegte Einsatz von Arbeitsmitteln soll einzelne Kinder fördern und die Leistungsfähigkeit steigern.
Der Computer ist ein Arbeitsmittel, an dem ein oder zwei Kinder möglichst selbstständig arbeiten sollen. Inhalte aus dem Unterricht sollen dabei spielerisch geübt und mathematische Zusammenhänge verstanden werden. Da der PC eine schnelle Kontrolle zulässt und dem Kind Rückmeldung gibt, auf welchem Lernstand es sich befindet, kann eigenständig gearbeitet werden. Die Kontrolle der am Computer arbeitenden Kinder ist so einfach, dass daneben genügend Zeit bleibt, mit den anderen Kindern Unterrichtsinhalte zu wiederholen, zu festigen und zu üben.
Meist nehmen vier Kinder am Förderunterricht teil, sodass jedem Schüler zehn Minuten für Computerarbeit zur Verfügung stehen. Einige Kinder lasse ich ihre Übung frei wählen, bei anderen Schülern bestimme ich, welche Inhalte sie üben sollen. Der Schwerpunkt liegt dann auf vorher analysierten Problemaufgaben.
Besonders Augenmerk werde ich in drei aufeinanderfolgenden Förderunterrichtsstunden auf zwei Kinder richten, die im Fach Mathematik befriedigende Leistungen haben. Anhand dieser Schüler will ich nachweisen, wie sie in den drei Sitzungen ihre Rechenfertigkeit verbessern und die Geschwindigkeit der Reproduktion erhöhen. Von der CD-ROM "Blitzrechnen - Kopfrechnen im 3. und 4. Schuljahr" soll die Übung "Zehner-Einmaleins" Basis sein. Damit soll folgender Lehrplaninhalt erfüllt werden: "Multiplizieren einstelliger Zahlen mit Zehner- und Hunderterzahlen; Dividieren von Zehner- und Hunderterzahlen durch einstellige und durch Zehnerzahlen" (Lp. Grundschule Mathematik, 1992, S. 31). Hier geht es um Aufgaben, wie 7 $ 30, 4 $ 200, 60 : 2, 60 : 20, 600 : 20. Bei der Lösung der Aufgaben sollen die Schüler bekannte Aufgaben nutzen. Geübt wird in Form von Kettenaufgaben mit jeweils sechs Aufgaben pro Kette (insgesamt drei Ketten, also 18 Aufgaben - siehe Anhang, Anlage 3, S.3).
Für diesen Zeitraum von drei Wochen sollen nur die zwei Kinder am PC arbeiten und auf der Wettkampfstufe möglichst gute Zeiten erzielen. Pro Sitzung sollen drei Versuche durchgeführt werden, bei denen sich die Schüler abwechseln.

3.4.1.2 Durchführung

Der Förderunterricht findet für die Klasse 3x montags von 12.45 - 13.30 Uhr im Anschluss an die Mathematikstunde statt. Gerade schwächeren Schülern fällt es besonders um diese Zeit schwer, mathematische Sachverhalte zu üben. Es kostet viel Kraft, die Kinder zur Arbeit zu motivieren. Das änderte sich, als ich den PC mitbrachte und aufstellte. Voller Vorfreude und Neugier wollten fast alle Kinder der Klasse am Förderunterricht teilnehmen. Dieser Wille zur Arbeit am Computer blieb über den Zeitraum der vier Monate erhalten, in denen ich den Förderunterricht durchführte. Jeden Montag wollten ca. 15 - 20 Kinder den Förderunterricht besuchen. Ich musste jeweils vier förderbedürftige Schüler auswählen.
Zwei Schüler möchte ich kurz vorstellen, da diese Kinder Grundlage meiner Untersuchungen sind.
Daniel H. ist ein sehr unauffälliger Junge. Oft ist er im Unterricht geistig abwesend und wirkt müde. Dazu kommt, dass er eine äußerst langsame Arbeitsweise hat. Daniel ist Linkshänder und erreicht zumeist befriedigende Noten.
Claudia H. ist ebenfalls eine ruhige Schülerin. Auch sie arbeitet langsam, lässt sich häufig ablenken und erreicht auch größtenteils befriedigende Noten. Claudia ist jedoch gewillt, gute Leistungen zu erreichen.
Nachdem ich das Programm "Zehner-Einmaleins" geladen hatte, gab ich beiden zusammen die Möglichkeit zum Probieren. Währenddessen wiederholte ich mit den zwei anderen Kindern Unterrichtsinhalte der letzten Stunde. Nach ca. zehn Minuten waren beide bereit, die 18 Aufgaben in einer bestimmten Zeit zu lösen. War die Übung zu Ende, durften sie ihren Namen in die Highscore eintragen (Vorsagen war verboten). So kämpften sie gegeneinander um die beste Zeit. Da ich sie in ihrem Eifer nicht bremsen wollte, lösten sie jeder 5 $ 18, statt der geplanten 3 $ 18 Aufgaben. Als es zur Pause klingelte, waren sie erstaunt, wie schnell die Zeit vergangen war. So viele Aufgaben (90!) hatten sie noch nie in 45 Minuten gerechnet. Begeistert und stolz verliesen sie den Förderunterricht.
Eine Woche später saßen die Kinder schon in der Pause in der Computerecke und hatten selbstständig das Programm geladen. Da ich im Klassenraum war, bremste ich den Eifer nicht. Ihr Ziel war es, bei der gleichen Übung noch zügiger zu arbeiten. Ab und zu gab es Jubel für eine neue Highscore, Probleme traten nicht auf.
In der dritten Sitzung das gleiche Bild mit ungebremster Motivation.

3.4.2 Werkstattunterricht

3.4.2.1 Konzept Werkstattunterricht

Am Ende der 3. Klasse sollen die Schüler noch einmal wichtige Lerninhalte des Schuljahres im Fach Mathematik wiederholen, üben und systematisieren. Zur Durchführung dieses Prozesses wähle ich eine besondere Unterrichtsform, den Werkstattunterricht. Dieser ist eine vielschichtige und vielseitige Form, die Arbeit zu intensivieren. Reichen spricht von einer "Kompetenz- und Aufgabendelegation" (Reichen, 1997). Dies bedeutet, jeden Schüler mit bestimmten effektiven Funktionen der Lehrerrolle verantwortlich zu betrauen. Der Lehrer fördert also die Selbstständigkeit der Schüler eben dadurch, dass er ihnen die Selbstständigkeit gewährt, d.h. darauf verzichtet, alles selber vorzugeben, vorzumachen, anzuleiten usw. Im Werkstattunterricht kann man jedem Schüler Aufgaben zuweisen, die traditionell zu denen des Lehrers gehören. So überlässt man z.B. jedem Schüler die Verantwortlichkeit für ein Lernangebot. Neben seiner Hauptaufgabe, in der Lernwerkstatt zu arbeiten und zumindest die Pflichtaufgaben zu erledigen, übernimmt der Schüler noch die Betreuung eines der Lernangebote. Er ist für seine Aufgabe Chef und kann seinen Kameraden bei Schwierigkeiten helfen. Voraussetzung ist natürlich zunächst die Bewältigung seiner eigenen Aufgabe. Dabei kann er vom Lehrer unterstützt werden, welcher auch die erledigte Aufgabe kontrolliert. Erst dann ist der Schüler berechtigt, anderen Kindern eine Unterschrift für die Erledigung zu geben. Der Chef überprüft die Aufgaben der Schüler, die zur Kontrolle zu ihm kommen und ihn bitten, ihr Arbeitsergebnis auf Richtigkeit, aber auch auf Sauberkeit zu bewerten. Seine Unterschrift bestätigt die ordnungsgemäße Erledigung der Aufgabe.
Individuelle Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler bringen es natürlich mit sich, dass nicht jedes Kind für jede Aufgabe gleichermaßen geeignet ist. Doch dies darf nicht dazu führen, ein Kind zum vornherein von bestimmten Kompetenzendelegationen auszuschließen. Dies bedeutet Chancengleichheit für alle Schüler (Reichen, 1997).
Der Schüler setzt sich also aktiv mit dem Lernangebot auseinander. Dabei kann er auch mit einem Partner arbeiten, hat aber bei seiner Chef-Rolle in Eigenverantwortung zu handeln. Die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern steht im Mittelpunkt dieser Unterrichtsform. Außerdem werden Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl ausgebildet und das Beziehungsgeflecht zwischen den Kindern vertieft. Es kommt zum allgemeinen Lernaustausch.
Die Abschlusswerkstatt im Fach Mathematik der 3. Klasse dauert eine Woche, also fünf Unterrichtsstunden (täglich eine). Es stehen sechs Pflicht- und sechs Wahlaufgaben aus allen Lernbereichen zur Verfügung. Der Computer soll wieder (wie in vorangegangenen Werkstätten) eine wesentliche Rolle spielen. Dieses Medium in Verbindung mit der LÜK-CD-ROM soll Bestandteil der Pflichtaufgaben sein. Jeder Schüler muss also diese Aufgabe bewältigen.
Wie immer werden zu Beginn der Werkstatt die Aufgaben vorgestellt und die Chefs benannt. Währenddessen füllen die Schüler ihre Kontrollzettel aus (Aufgaben und Chefs in Blankovordrucke eintragen). Im Anschluss werden die Arbeitsmaterialien an die vorgesehenen Plätze verteilt und die Werkstatt eröffnet.
Die PC-Aufgabe (Pflicht 6, siehe Anhang, Anlage 7, S.10) ist sehr allgemein gehalten. Das Ziel besteht darin, dass sich jeder Schüler eine Aufgabe auswählt, und zwar möglichst eine solche, bei deren Lösung er noch Schwierigkeiten hat. Da alle Lerninhalte der 3. Klasse behandelt wurden und die CD-ROM über all diese Inhalte verfügt, müsste das Kind in der Lage sein, jede Übung lösen zu können.
Mit dieser Wahlmöglichkeit möchte ich erreichen, dass sich das Kind ganz ohne Druck für eine Übung entscheidet, bei der es noch Probleme hat. Letzten Endes trägt es damit zur individuellen Förderung bei. Sicher ist es für einen Schüler am Ende der 3. Klasse schwierig, abzuschätzen, bei welchen Aufgaben er noch Probleme hat. Da aber die Schüler ihren Übungsschwerpunkt aufschreiben sollen, kann ich später Schlussfolgerungen für weiteres Handeln ziehen.
Da die Kinder diese Form des Unterrichts kennen und schon recht gut in "Werkstätten" gearbeitet haben, dürften keine Probleme auftreten.

3.4.2.2 Durchführung

Nach dem Vorstellen der Werkstatt und der Benennung der Chefs gingen alle Schüler mit Begeisterung an die Arbeit. Die Kinder lösten ihre Chefaufgabe, und der nächste Weg war das Anmelden beim PC-Chef. Alle Kinder wollten sofort die Pflichtaufgabe Nummer 6 - "Suche dir ein Stoffgebiet aus, was du üben möchtest! Löse die Aufgaben so, dass ein Muster entsteht! Lucky (die Comicfigur) hilft dir bei Problemen." lösen (Anhang, Anlage 7, S.10). Die PC-Chefs, welche nicht unbedingt Experten im Umgang mit dem PC waren, legten an der Tafel eine Liste an, welche die Reihenfolge für die Computerarbeit in dieser Stunde bestimmte. Außerdem kontrollierten sie das Ergebnis und gaben als Bestätigung für die gelöste Aufgabe eine Unterschrift. Jeder Schüler vermerkte auf seinem Kontrollzettel, für welche Übung er sich entschieden hatte. Somit war ich in der Lage, zu kontrollieren, ob diese Übung wichtig für das Kind war und entsprechend ausgewählt war.

3.4.3 Rechenwettbewerb

3.4.3.1 Konzept Rechenwettbewerb

Für den Abschluss des Schuljahres überlegte ich mir einen kleinen Rechenwettbewerb für meine 3. Klasse. Es soll der schnellste Rechner mit einem von mir entworfenen Arbeits- blatt in der täglichen Übung ermittelt werden. Aufgaben des Zehner-Einmaleins bilden den Inhalt, da dies vorangegangener Lernstoff ist. 36 Aufgaben stehen zur Verfügung. Die Aufgabenstellung lautet: "Rechne in drei Minuten, soviel du schaffst!" Die falsch gerechneten Aufgaben werden am Ende von der Anzahl der gerechneten abgezogen. Sieger ist, wer die meisten Aufgaben richtig gerechnet hat.
Zwei Tage später soll im Rahmen der Freiarbeit der Rechenkönig am PC ermittelt werden. Die Übung "Zehner-Einmaleins" von der CD-ROM "Blitzrechnen - Kopfrechnen im 3. und 4. Schuljahr" soll dazu genutzt werden. Hier kommt es darauf an, 18 Aufgaben in kürzester Zeit zu rechnen. Bei Fehlern wird zur Neueingabe aufgefordert.
Herausfinden möchte ich, wie sich die zwei Probanden (Claudia H. und Daniel H.) in die Rangliste der Klasse einordnen. Die Übungsphase im Förderunterricht wurde kurz zuvor beendet. Durch die Gleichheit des Aufgabentyps möchte ich später Vergleiche zwischen schriftlichem Arbeiten und der Computertätigkeit ziehen.
Bei beiden Wettbewerben erhalten die drei Sieger Urkunden und kleine Preise.

3.4.3.2 Durchführung

In den letzten Unterrichtswochen des Schuljahres 1997/98 nutzte ich eine tägliche Übung, um den Rechenkönig der Klasse 3c zu ermitteln.
Ich legte vorbereitete Arbeitsblätter (Anhang, Anlage 5, S.6 f.) abgedeckt auf jeden Arbeitsplatz. Die Schüler sollten zunächst nur den Namen auf die Rückseite schreiben. Nach dem Erklären der Aufgabe "Du hast drei Minuten Zeit, löse soviel Aufgaben, wie du schaffst" gab ich das Startsignal. Die Schüler begannen zu rechnen. Nach Ablauf der drei Minuten ließ ich die Zettel einsammeln und wertete zu Hause die Ergebnisse aus.
Zwei Tage später nutzte ich drei Freiarbeitsstunden, um auch am Computer mit demselben Aufgabentyp den Rechenkönig zu ermitteln. Ich schrieb eine Liste mit Schülernamen an die Tafel, welche am Computer an der Reihe waren. Dahinter notierte ich sichtbar für alle die erreichte Zeit. So genügte den Kindern ein kurzer Blick an die Tafel, welcher die Arbeit der anderen nicht beeinflusste. Sicher hätten die Schüler sich sonst untereinander befragt, wie schnell sie gerechnet haben und damit den Unterricht gestört. Nach dem letzten Rechner stand der Sieger sofort fest, und ich ehrte die Schüler, die die drei ersten Plätze belegt hatten, mit Urkunden und kleinen Preisen.

3.5 Auswertung

Zur Auswertung der durchgeführten Konzeptionen fasse ich alle drei zusammen, da sie in unmittelbarem Zusammenhang stehen.
Beginnen möchte ich damit, dass ich feststellte, dass das Arbeiten am Computer Freude und Begeisterung auslöste. Das neue Medium spornte die Kinder so an, dass sie gar nicht merkten, wie sie rechneten. Allein die 90 Aufgaben, welche jede der beiden Versuchspersonen in 45 Minuten bewältigte (und das auch noch mit der richtigen Lösung), ist Beweis dafür. 90 Aufgaben, das sind 18 Päckchen zu je fünf Aufgaben, also etwa eine Lehrbuchseite. Beachtenswert ist dabei, dass es sich hier nicht um gute oder sehr gute Schüler handelte, sondern um Kinder, denen das Fach Mathematik Probleme bereitet, denen auch oft der Antrieb zum Lösen mathematischer Aufgaben fehlte. Schon hier ist abzulesen, dass die individuelle Förderung eine spürbar höhere Leistungsbereitschaft und dazu eine bessere Rechenfertigkeit bewirkte. Ein Vergleich zwischen den anderen beiden Teilnehmern am Förderunterricht und den "Computer - Schülern" zeigt bei diesen eine um 60 Prozent höhere Effektivität, was die Anzahl der gelösten Aufgaben betraf.
Wie wirkte sich aber das viele Üben auf nachfolgende Sitzungen aus? Die Tabellen eins bis vier und Diagramme eins bis acht im Anhang (Anlage 4, S.4 f.) zeigen eine Verkürzung der benötigten Zeit. Zeiten, die vom Normalen abweichen (etwa die 6:48 Minuten von Daniel in der ersten Sitzung), sind Ergebnis einer Aufgabenreihe, in der viele Schwierig- keiten angehäuft waren. Abhängig sind diese Ergebnisse auch von äußeren Bedingungen. So befinden sich zur Untersuchungszeit die Hortkinder auf dem angrenzenden Schulhof, welche durch Lärm Einfluß auf die Leistungen der Probanden nehmen. Straßenlärm (Feuerwehreinsatz), Wetter, aber auch Gesundheitszustand sind weitere Kriterien der Beeinflussung. Trotz allem kann man eine Steigerung der Geschwindigkeit der Reproduktion durch Fertigkeitserwerb ablesen. Die Durchschnittswerte (Anhang, Anlage 4, Tab. 2 und 4, Diag. 4 und 8) zeigen bei beiden Kindern eine Verbesserung. Die im Unterricht festgestellten Defizite konnten durch die individuelle Förderung abgebaut werden, wobei sich die Arbeit am Computer positiv auswirkte. Somit wurden die Schüler an das Lehrplanziel herangeführt. Die Arbeit am Computer nutzte ich auch in erzieherischer Hinsicht. So wertete ich zum Beispiel die Lern- und Arbeitshaltung von Daniel und Claudia im Klassenunterricht aus. Für alle wurde sichtbar, dass sie gelöster, sicherer, zügiger und freudvoller arbeiteten. In der täglichen Übung traten nur ganz wenige Fehler auf. Erstaunlich war, dass sich leistungsstarke Schüler über diese Ergebnisse freuten.
Anhand des Rechenwettbewerbes wollte ich feststellen, wie sich beide Kinder in die Klasse einordnen.
Daniel übertraf dabei meine Erwartungen. Als Linkshänder erreichte er meist das geforderte Ziel aus Zeitgründen nicht. Offenbar war er durch die Wettbewerbssituation so motiviert, dass er mit dem 8. Platz und 21 richtig gerechneten Aufgaben in drei Minuten über dem Durchschnitt von 16 gelösten Aufgaben lag.
Claudia dagegen erreichte mit ihren 16 richtig gerechneten Aufgaben genau den Klassen- durchschnitt. Vorteile gegenüber den anderen Kindern hatten allerdings beide dadurch, dass sie vorher drei Übungssitzungen am Computer hatten.
Ein sicheres Ergebnis der individuellen Förderung zeigte der Computer-Rechenwettbewerb. Beide Schüler waren voller Vorfreude, da sie wußten, welche Zeiten sie erreichen konnten. Claudia erzielte ihr bisher bestes Ergebnis und belegte am Ende zur Überraschung aller Mitschüler Platz 2. Daniel, der hier, anders als bei der schriftlichen Arbeit, blitzschnell die Ergebnisse eingab, erreichte mit einer ebenfalls sehr guten Zeit Platz 5. Beide Kinder erhielten durch diesen Wettbewerb eine eindrucksvolle Bestätigung ihrer Übungstätigkeit.
Vergleicht man schriftliche Arbeit und Computertätigkeit, so kann man bei Claudia sagen, dass sie anhand der Computerwerte 27 Aufgaben in den drei Minuten auf dem Arbeitsblatt hätte richtig rechnen müssen (16 hatte sie nur). Die Betonung liegt auf dem Wort richtig, denn der PC lässt ja auch nur richtige Antworten zu. Daniel dagegen hätte 20 Aufgaben in drei Minuten richtig lösen müssen, bewältigte aber 21 und war damit schriftlich besser. Drei Fehler hatten beide in der schriftlichen Arbeit, sodass man hier dem Computerprogramm Vorteile geben kann, da sich falsche Lösungen nicht erst einprägen.
Selbstverständlich lassen sich von dieser Untersuchung nur begrenzte Schlüsse für individuelle Förderung ziehen, da sich die Aussagen auf zwei Schüler und einem kurzen Zeitraum beziehen. Sicher ist jedoch, dass das Medium Computer positiven Einfluss auf beide Kinder hatte. Sie gehörten beim Test zu den Klassenbesten, und der Ursprung dafür lag in der individuellen Förderung mittels PC.
Die Untersuchung im Werkstattunterricht lag auf einer anderen Ebene. Ich wollte erkennen, dass die Kinder sich richtig einschätzen und Schlüsse für ihr eigenes Tun ziehen. Mit hoher Motivation gingen die Kinder an die Bewältigung der Übung. Somit kam es gar nicht auf die Auswahl der Übungsform an. Individuell war die Tätigkeit durch die Unterschiede in der Auswahl der Aufgaben, Förderung erfolgte durch vermehrtes Üben. Viele Kinder lösten nach Bewältigung ihrer Werkstattaufgaben noch eine weitere Übung am Computer. So hatte dieses Medium im Zusammenhang mit dem Lernprogramm den Vorrang gegenüber vielfältigen anderen Arbeitsmaterialien, die noch zur Auswahl bereit- standen.
Abschließend möchte ich sagen, dass die individuelle mathematische Förderung durch Computerlernprogramme stark an die Motivation durch das neue Medium gebunden ist.
Nachweisbar sind Entwicklungsfortschritte wie in der 3. Sitzung des Förderunterrichtes und im Rechenwettbewerb.

3.6 Schlussbemerkung

Mit der Einführung neuer Medien in den Unterricht verbindet sich die Hoffnung, die kognitive Entwicklung der Schüler besser unterstützen zu können als durch herkömmlichen Unterricht.
Ob dies tatsächlich geschieht, hängt davon ab, wie sie im Unterricht eingesetzt werden.
Der Computer mit entsprechenden Lernprogrammen ist ein Verstärker, mit dem individuelle mathematische Förderung in höherem Maße erreicht werden kann als mit anderen Medien. Er kann dabei ein effektives Mittel in der Hand des Lehrers sein. Beenden möchte ich meine Arbeit mit einem Zitat nach Ellis (1984, übersetzt von I. Nilshorn).
"Über den Nutzen des Computers in der Pädagogik nachzudenken, heißt nicht, über den Computer nachzudenken, sondern über dessen pädagogischen Einsatz." (Ehgartner, In: Praxisheft, 1997, S.58). Diesem Zitat schließe ich mich inhaltlich voll an.

Literaturverzeichnis

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Birx, Elke: Mathematik und Begabung. Evaluation eines Förderprogramms für mathematisch besonders befähigte Schüler. Verlag Dr. R. Krämer. Hamburg. 1988.

Büttner, Cristian / Schwichtenberg, Elke: Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 1997.

Büchner, Rainer: Freiarbeit und Computer in der Grundschule. Erfahrungen aus dem gleichnamigen Fortbildungsmodell der Akademie für Lehrerfortbildung Dilling. In: Praxisheft Computernutzung. Domino Verlag. München. 1997.

Ehgartner, Ursula: Sind Lehrer überflüssig? Lernen per Computer und Auswahlkriterien für geeignete Lernsoftware. In: Praxisheft Computernutzung. Domino Verlag. München. 1997.

Franzke, Heidemarie: Wie kann man eine leistungs- und kindorientierte Grundschule ausgestalten. Referat zum 2. Zwickauer Grundschultag. Mai 1998.

Glöckel, Hans: Vom Unterricht. Verlag Julius Klinkhardt. Bad Heilbrunn/Obb. 1990.

Klingberg, Lothar: Einführung in die Allgemeine Didaktik. 6. Auflage. Verlag Volk und Wissen Berlin. 1984.	

Krauthausen, Günter: Die nächste Welle? Neue Trends zum Computereinsatz im Grundschulalter. In: Grundschulunterricht. Heft 4 / 1994. S. 14 ff.

Krauthausen, Günter / Herrmann, V.: Computereinsatz in der Grundschule. Fragen der didaktischen Legitimierung und der Softwaregestaltung. Stuttgart. 1994.

Kriegelstein, Wolfram: Computer in der Grundschule - Sinn oder Unsinn? In: Praxisheft Computernutzung. Domino Verlag. München. 1997.

Lorenz, Jens Holger / Radatz, Hendrik: Handbuch des Förderns im Mathematikunterricht. Schroedel Schulbuchverlag GmbH. Hannover, 1993.

Mitzlaff, Hartmut: Handbuch Grundschule und Computer. Vom Tabu zur Alltagspraxis. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 1996.

Reichen, Jürgen: Rundbrief. 1997.

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Grundschule Mathematik Klasse 1 - 4 Sächsisches Druck- und Verlagshaus GmbH. Dresden. 1992.

Steindorf, Gerhard: Grundbegriffe des Lehrens und Lernens. Verlag Julius Klinkhardt. Bad Heilbrunn/Obb. 1985.

Westphal, Alexander: Der Einsatz von Microcomputern im Mathematikunterricht und daraus resultierende curriculare Veränderungen. Verlag Dr. Köster. Berlin. 1996.

Wittmann, Erich Ch. / Müller, Gerhard N.: Programm Mathe 2000. Ernst Klett Grundschulverlag. Stuttgart. 1997.

Anhang

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Abb. 1: Das Medium Computer
Anlage 2: Abb. 2: Themen- und Handlungsfelder des Computers in der Grundschule
Anlage 3: Abb. 3: Computerausdruck: "Was Claudia H. gerechnet hat ..."
Anlage 4: Proband Daniel H.: Tab. 1: Benötigte Zeit
    Tab. 2: Durchschnittswerte
    Diag. 1: 1. Sitzung
    Diag. 2: 2. Sitzung
    Diag. 3: 3. Sitzung
    Diag. 4: Durchschnittswerte
  Proband Claudia H.: Tab. 3: Benötigte Zeit
    Tab. 4: Durchschnittswerte
    Diag. 5: 1. Sitzung
    Diag. 6: 2. Sitzung
    Diag. 7: 3. Sitzung
    Diag. 8: Durchschnittswerte
Anlage 5: Ab. 1: Daniels schriftlicher Klassenwettbewerb
  Ab. 2: Claudias schriftlicher Klassenwettbewerb
Anlage 6: Tab. 5: Ergebnistabelle schriftlicher Klassenwettbewerb
  Tab. 6: Ergebnistabelle Computer-Rechenwettbewerb
Anlage 7:   Werkstattaufgabe PC-Arbeit
Anlage 8:   Systemanforderungen LÜK-CD-ROM "Mathe 3", CD-ROM "Blitzrechnen ..."
Anlage 9: Übersichten über Übungsformen Tab. 7: LÜK-CD-ROM "Mathe 3"
    Tab. 8: CD-ROM "Blitzrechnen ..."
Anlage 10: Tab. 9: Übersicht über Beziehungen der Klasse 3c zum PC
Anlage 11:   Skizze des Klassenzimmers der Klasse 3c


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Quelle: www.Grundschulhelfer.de.vu